Cick to open and close the layers

CHAPTER TWO, VOLUME TWO ( 2005/ 2010 )



TRIGGERFISH ( by Felix Kösterke )

Instrumental vs. Experimental

Abgefahren ist eines der Wörter, die einem in den Sinn kommen, wenn man die Musik von Guts Pie Earshot hört. Schräg, kraftvoll, komplex, einzigartig wären weitere. Ihr Album Chapter Two, Volume Two ist ein Hörerlebnis, wie man es nicht oft findet. Freunden des Außergewöhnlichen sollte es zwei Ohren und deren ungeteilte Aufmerksamkeit wert sein.

Guts Pie Earshot waren mal ein Quintett und schrumpften dann zum Duo. Einer davon, Patrick Cybinski, ist für das Cello und die Effekte verantwortlich, der andere, Jean Jacobi, für das Schlagzeug. Das Ergebnis dieser ungewöhnlichen und spartanischen Besetzung pendelt laut Promotext im Spannungsfeld zwischen Breakbeat-Patterns, Punksongs, Streicher-Stakkati, orientalischer Melodien und Techno-Attacken. Das klingt unglaublich – aber die Musik klingt tatsächlich ähnlich unglaublich.

Wie genau? So wie Guts Pie Earshot eben. Vergleiche mit anderen Bands lassen sich kaum ziehen, es sein denn, man schmeißt diese zusammen in einen Topf und rührt das Ganze kräftig um. Man stelle sich also eine abgefahrene Mischung aus Apocalyptica, Subway To Sally, klassischem Headbanger-Metal und avantgardistischem Instrumental-Experimental-Gedöns vor. Oder so was ähnliches. Oder man hört halt rein in die Platte. Es lohnt sich nämlich, auch wenn es nicht jedem gefallen wird.

Neu ist Chapter Two, Volume Two allerdings nicht wirklich. Das Album ist quasi eine Remix-Platte des 2006 erschienenen Doppelalbums Chapter Two Volume One. Für die Neuauflage wurden die Songs eingeschmolzen und aufs Wesentliche reduziert. Als Einstieg in die Musik einer faszinierenden Band – die live dem Hörensagen nach ganz großes Orchester sein soll – eine runde Sachen. Mit vielen Ecken und Kanten natürlich.

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UNDERDOG FANZINE ( by Fred Spinner ) :

Jean und Patrick weben einen experimentellen instrumentalen Klangteppich, der dicht, hart, orientalisch und voluminös gestrickt ist. Hier ist ein eingespieltes, ja, eingeschweißtes Team zusammen, das sich prima ergänzt und bereit ist, musikalische Grenzen zu überwinden, Musik neu zu erfinden und einen straighten Weg zu gehen. Der neue Sound ist insgesamt ein kompaktes Klangergebnis, druckvoll, hart und auf das Wesentliche beschränkt.

Die abgeschlackte Form des Doppelalbum "Chapter Two Volume One" aus dem Jahre 2006 ist weniger ausschweifend oder verliert sich in akustische Sphären, sondern konzentriert sich auf die Basisidee einzelner Songs, die innovative Impulse und kreative Maßstäbe im Elektrosektor setzt.
Mit Drum und Cello entwickeln GUTS PIE einen unglaublich vielschichtigen Sound, der einen hohen Qualitätsstandard gewährleistet.
Kein Wunder, sind die Zwei doch dermaßen oft unterwegs und spielen zusammen, dass sie sich immer wieder hochpushen und motivieren, selbst eigene Songs noch mal zu überarbeiten und einer Entwicklung anpassen, die für radikale Ideen offen ist.

Beeindruckend, dass die Konferenztechnik als Verständnis für schöne Musik und Klangwelten verstanden wird. Mit dieser komprimierten Kurzversion (8 Songs) haben GUTS PIE EARSHOT einen geilen Punkbastard geklont, der sich in Trance tanzt und in den autonomen Winkeln verstaubter Zentren headbangt, bis Musik wieder ist, was es ist: Energie und Ekstase.

SMART DESERT (2009)



Allschools.de, Regiomusik.de, OX, Trust, Wahrschauer, Plastic Bomb, Westzeit, Handle me down, Bizzarre Radio, Big Chaos Radio, Bordsteinkante, Underdog Fanzine, Sellfish...


allschools.de, 18.03.2009, Author(s): Raphael :

Was für ein Album. GUTS PIE EARSHOT sind ein Deutsches Duo welches seine Mucke ausschließlich mit Drums und Cello ausübt. Und das klingt dann sowas von abgefahren, dass man gar nicht weiß was man denken soll.

GUTS PIE EARSHOT spielen sich nämlich durch sämtliche Genres und lassen einfach mal gar nichts aus. Ob Metal oder Breakbeats oder die allgegenwärtigen orientalischen Anleihen. GUTS PIE EARSHOT machen ihre Sache sehr gut und halten die Flagge der Abwechslung stets ganz oben. Da macht es auch wenig wenn der Gesang völlig ausbleibt. Und auch selten ist es, dass eine Band eine solche Leistung auf Album Nr. 10 abliefert. Für Freunde von instrumenteller Musik und viel, verdammt viel Abwechslung ist das hier sicherlich eine riesen Sache.

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regiomusik.de:

Eine Band, die aus einem Drummer und einem Chellisten besteht und sich irgendwo zwischen Cyberpunk, Oriental, Techno und Drum'n'Bass bewegt. Klingt abgefahren? Ist es auch!
 
Guts Pie Earshot existiert seit 1993 und setzte sich damals aus dem Chellisten sowie Hörspiel- und Theatermusiker Patrick Cybinski, dem Drummer Jean Jacobi, dem Bassisten Alex Franke, der Sängerin Annecke Pohl und dem Keyboarder Gunther Steudel zusammen. Ab 1997 „schrumpfte“ die Besetzung auf ein Minimum zusammen. Seit 2003 besteht die Band nur noch au einem Schlagzeug und einem Bass.
 
Dass diese Besetzung verschiedene Besonderheiten mit sich bringt, ist klar. Die Philosophie von Guts Pie Earshot scheint es zu sein, aus dem absoluten Minimum das absolute Maximum herauszuholen und an die Grenzen des Mahbren zu gehen. So schaffen es Cybinski und Jacobi ohne die Zuhilfenahme technischer Mittel wie Computer oder Sampler eine hektische und überladene Klangwelt zu kreieren, wie man sie von keiner anderen Besetzung kennt.
 
Mit ihrem Aktuellen Album „Smart Desert“ haben es Guts Pie Earshot geschafft, ihr weniger-ist-mehr-Prinzip zu perfektionieren. An dutzenden Passagen fragt man sich als Hörer, wie es möglich sein kann, mit nur zwei Instrumenten einen so dichten Klangteppich zu knüpfen. Da werden Drum'n'Bass-artige Beats von orientalisch anmutenden Chello klängen abgelöst und Mosh-Parts, wie man sie sonst nur von den wildesten Punkbands kennt, gehen in Hardcore-Chello Riffs über, die man rein instinktiv von einer mindestens fünf Mann starken Death Metal-Truppe erwarten würde.
 
Fazit: Guts Pie Earshot sind ungewöhnlich, außergewöhnlich, alt, neu, avantgardistisch, minimalistisch, überladen und auf jedem Fall ein ganz heisser Tipp für alle, die sich gerne über den eigenen Tellerrand blicken und staunen.
 


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OX #84:

Irgendwie schaffen es GUTS PIE EARSHOT immer wieder sich neu zu erfinden. Getrieben von einem unwiderstehlichen Drang alle erdenklichen Musikstile in ihrem Cello´n drum- Sound zu vereinen haben sie sich jetzt eion neues Feld gesucht: Die Verschmelzung von DJ-Sets und ihren live gespielten Konzerten. Da verwirbeln sie mal eben extrem tanzbare Dancefloor -Beats mit ihrem charmant handgemachten Ambient-Techno, ohne ihre Kinderstube, den Punk, zu vernachlässigen.
Besonders gelungen ist ihre Interpretation des grandiosen "California über alles" der Dead Kennedys. Nicht nur allein dafür lohnt sich die Anschaffung dieses wirklich gelungenen Tonträgers.

von Jenny Kracht.

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Wahrschauer #57:

Nach zwei aus der aktiven Punkszene entstandenen Vorgängerbands haben sich 1993 GUTS PIE EARSHOT gebildet. der Lauf der Zeit wollte es so, dass 2004 nur noch Cello und Schlagzeug übrig blieben. So spielen Rizio und Scheng, die beides Gründungsmitglieder sind, heute als Berlinert Duo.

GUTS PIE EARSHOT haben inklusive "Smart Desert" inzwischen 10 Alben veröffentlicht. Sie sind wahre Meister im Bereich kreativer Outputs. Dazu kommt eine hohe Zahl an Konzerten. Ja Konzerte kann man auch zu zweit spielen! Die beiden Jungs schaffen es tatsächlich, nur mit Schlagzeug und einem elektrisch verzerrt gespielten Cello einen Sound zu kreieren, den man kaum für möglich hält.

Elektronik wird perfekt mit einem prügelndem Schlagzeug vermischt, das im Drum´n Bass und derben Metalcore zuhause ist. Kalter Elektrosound trifft auf die warme Energie des Handgemachten. Ein instrumentales Erlebnis. Die Kompositionen sind tanzbar und weder poppig noch weich. Sie sind hart, aber mit Gefühl. Sie zaubern den Kopf frei und lassen dich treiben.So schafft es die Musik dich in eine ganz andere Welt mitzunehmen und du nimmst tatsächlich eine Auszeit von der existierenden Welt. Träumen ist erlaubt.

Aber nicht nur musikalisch ist die Band grossartig, sondern die Musiker sind bis heute politisch engagiert geblieben. Antifaschistische Arbeit wird genauso unterstützt wie Wagenburgen, besetzte Häuser und alternatives Leben.

Mit diesem Album wird diese Band wieder einen weiteren grossen Sprung nach vorne machen und hoffentlich auch außerhalb der Szene neue Anhänger finden.

von: Frank

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TRUST # 136:

Da waren's nur noch zwei... Einst lernten wir sie als Quartett kennen, dann kehrten sie („Gibt's die immer noch...“) zu dritt zurück, seit einer Weile also sind Guts Pie Earshot nurmehr ein Duo mit Schlagzeug und Cello. Kaum
verwunderlich, dass sie auch anders klingen. Dem Cello dürfte es nicht zuletzt geschuldet sein, dass sie immer noch nach Guts Pie Earshot klingen, auch wenn ansonsten eigentlich kaum noch etwas an das Quartett von damals erinnert.

Erste, zum Glück sich nicht bewahrheitende Befürchtung: Das könnte nach Apocalyptica klingen. Nicht dass die an und für sich nun so schlimm wären, aber erstens will die Band damit nichts zu tun haben, zweitens klingt es eben auch anders. Vor allem wegen des Schlagzeugs, dass in beeindruckender Präzision antreibt, sehr oft dabei technoide Beats schlagend, diese gelegentlich zu einer Punk-Version davon beschleunigend, während das Duo „California über alles“ spielt.

Aber es geht hier nicht um eine pseudo-witzige Party-Mucke für Hausbesetzers Punker-Party, sondern durchaus zwar um tanzbare Musik, aber in einer interessanten Ableitung aus erwähnter Richtung (elektronisch, Techno) auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der minimalistischen und recht speziellen Besetzung. Das Cello darf dabei per Verfremdung ein erfreulich weites Feld der Sounds abdecken, von gitarrenartigen Akkorden über Balkanmelodien bis hin zu sphärischen Sounds, die über den Gebrauch diverser Effekte entstehen.

Interessantes Album, nicht nur, weil es von alten Bekannten kommt.
(stone)

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plastic bomb:


Dieses Duo kommt von einem anderen Planeten ! Sie klingt völlig fremd, andersartig, sphärisch. Als wären GUTS PIE EARSHOT auf der Erde abgesetzt worden, um uns zu erstaunen. Du tauchst beim Hören definitiv in eine andere Welt ein. Erst vorsichtig, Stück für Stück. Und irgendwann bist du komplett drin. Dessen wirst du dir erst bewusst, wenn die CD zuende ist und du wieder in die Realität zurückkehrst. Wie immer komplett instrumental, extrem virtuos, mit entfesseltem Cello und Schlagzeug. Absolut einzigartig. Exotisch und auch irgendwie orientalisch. Inklusive einer Coverversion von „California über alles“ (DEAD KENNEDYS), das man in dieser Form sicher noch nie gehört hat. Ich bin mir sicher, Jello Biafra hätte seine Freude dran. Minuspunkt: Das Artwork ist recht langweilig gestaltet. Micha.-

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westzeit:

"Guts Pie Earshot gehen seit 15 Jahren ihre ganz eigenen Wege.
Dafür erstmal großen Respekt. Anders zu sein als alle anderen Bands ist bestimmt nicht leicht.
Weder, was die Akzeptanz in der ach so toleranten Punk-Szene, noch was die musikalische Umsetzung dieser Individualität angeht.

Cello und Schlagzeug. Mehr Instrumente sind es auch auf ihrem neuesten Album nicht, aber was Patrick Cybinskis und Jean Jacobi aus ihren Instrumenten (und mit ein paar Effekten) rausholen ist sensationell.

Punk, Breakbeat, Drum´n´Bass, Techno, Folklore, Klassik - die beiden pfeiffen auf Grenregrenzen und auf Konventionen.

Anspieltipp für Zweifler ist "California über alles". So oft gecovert, aber garantiert noch nie so, wie von Guts Pie Earshot."

(Claas Weinmann)

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handlemedown.de:

Guts Pie Earshot - Smart Desert
Review von Thomas, 23.03.09

Wenn eine Band seit 15 Jahren besteht und zum Jubiläum gleich noch das 10. Album abliefert, dann wäre ein gewisser Stillstand, ein gewisses kreatives Innehalten keine Überraschung. Für GUTS PIE EARSHOT aber ist Stagnation keine Option, weshalb das dynamische Duo auch auf „Smart Desert“ progressiv die Stile durcheinander wirbelt. Wohlgemerkt ohne Gesang, ohne Netz und doppelten Boden. Egal ob der Punk Einzug hält, der Orient-Pop oder gar die elektronische Schiene, ihre Musik bleibt frei von technischem Zierrat und soundoptimierender Computertüftelei.

Diese künstlerische Sublimierung des DIY-Gedankens fasziniert und strengt gleichsam an. Das instrumentale Inferno streift den Metal, kokettiert mit Drum ´n Bass und kreiert ein breites Soundspektrum nach hergebrachter Bauweise. Die beiden Musiker aus Münster und Berlin verlassen sich allein auf die Kraft der Instrumente, auf Schlagzeug, auf Cello, und brennen unter steter Bodenhaftung ein extraordinäres Feuerwerk für die Sinne ab. Neben der Neuinterpretation älterer eigener Stücke widmen sie auch dem DEAD KENNEDYS-Klassiker „California über alles“. Nicht nur der Wahnsinn, sondern auch eine wahnsinnig gute Platte.

Autorwertung: 8.0 von 10 Punkten

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bizzareradio.de, frank fischmann, 31.03.2009:

Dass ich diese Band noch nicht kannte, mag ich mir kaum verzeihen. Der geneigte Leser möge mir auch verzeihen, wenn ich Altbekanntes aufwärme, denn Fans der Underground-Helden werden schon lange wissen: „Guts Pie Earshot“ sind ein wahres Klangerlebnis!

Nach 15 Jahren Bandgeschichte und etlichen Umbesetzungen sind nur noch zwei Mitstreiter der alten Punkband übriggeblieben. Das Außergewöhnliche daran ist, dass Patrick Cybinski (Cello) und Jean Jacobi (Drums) trotzdem weitermachen. Denn was ist der Punk ohne die heißgeliebte sägende Gitarre? Ganz einfach: Es ist immer noch Punkrock. Punkt!

Der Ursprung der Songs lässt ganz klar die punkigen Wurzeln der Zwei Münsteraner erkennen. Einzig die Instrumentierung sprengt die engen Szenegrenzen und das ist auch gut so. Das 10. Album von „Guts Pie Earshot“ hat aber noch einige weitere Höhepunkte zu bieten. Überraschend breit ist die Klangbreite der Songs. Trotz eingeschränkter Möglichkeiten wird hier alles, aber auch wirklich alles rausgeholt. Breakbeats, Drum´n´Bass, Noise und Ambient geben sich die Hand und die Vielfalt tut der Platte gut. In schlechten Momenten erinnert man sich an die Alternativ-Cellisten von Apocalyptica, das ist zum Glück recht selten.

Alles in allem kann man „Smart Desert“ dem Punk an der Ecke, sowie der jungen Mutter mit Batiktuch schenken, sie werden alle ihre Freude haben. Letztlich bleibt der fade Beigeschmack, dass man leider nur die Studioaufnahme und nicht das Livekonzert der Band gehört hat, denn, und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, „Guts Pie Earshot“ sind eine Live-Band. Die Bühnenbretter kleben denen (nach über 700 Konzerten) sicher schon unter den Füßen!

11 Punkte (von max. 15)


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backgroundmusic.de ( sellfish-bmusic.blogspot.com ) VON MICHA SELLFISH :

Im falle Guts Pie Earshot haben sich die geneigten anhänger längst damit abgefunden, dass das potential der ehemaligen kölner auf breiter ebene quasi nicht wahrgenommen wird.

genauso wie die tatsache, dass der veröffentlichungszyklus undankbarer kaum sein könnte. immerhin wird man auf "Smart Desert" (major label/broken silence) nun knapp eine stunde dafür entlohnt, dass nach der seit der letzen ep (!) weit über ein jahr vergangen ist.

der typische bandsound - die denkbar irrste variation einstiger punkwurzeln, jetzt u.a. ohne gitarre - bleibt natürlich existent:
rein instrumental entwirft das duo eigenwillige, stets tanzbare klanglandschaften. orientalische elemente wie in "revolt against" schlagen einmal mehr die brücke zur weltmusik. der elektronik-anteil wurde diesmal etwas zurückgeschraubt und mit "california über alles" (dead kennedys) stellt man einmal mehr sein talent unter beweis, coverversionen fernab der originale zu interpretieren... anders und gut.


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BIG_CHAOS_RADIO., Thursday, April 09, 2009 

NEIN, dies ist kein Aprilscherz!!! ... Die Berliner & Münsteraner Szenehelden GUTS PIE EARSHOT veröffentlichten am 1.04.2009 ihr 10. Album " Smart Desert ", bei welchem sie 12 neue und neuinterpretierte Songs an ihre Fangemeinde bringen. Hierbei hört man explodierende Punkbeats die sich mit mit Metal Anleihen teils auch Trance, Orientpop und Breakbeats abwechseln. Kurzum: die komplette musikalische Bandbreite des Avantgarde Duos- GUTS PIE EARSHOT.

In den 90er Jahren wurden Rizio ( Patrick Cybinski ) am Cello & Effects sowie Scheng ( Jean Jacobi ) an den Drums, bereits als Avantgarde des undogmatischen Hardcore gefeiert. Seid 15 Jahren besteht die Band bereits und das Duo webt sich einen dichten Teppich aus Breakbeat- Patterns, Punksongs, Streicher Stakkati, orientalischen Pop- Melodien & Techno Attacken, wobei sich Pogo & Party, Aggression & Antrieb, Rebellion & Rave die Hand reichen. Ihre Musik ist bei " Smart Desert " bewusst ohne Gesang und bleibt völlig frei von technischem Zierrat und soundoptimierender Computertüftelei eine Art Punk 2.0.

Nicht ganz einfache Kost, aber durch diese künstlerische Leistung an den Instrumenten wird dieser Silberling zu einem megaordinären Feuerwerk der Sinne. Neben Neuinterpretationen älterer eigener Stücke, super gut mit einem breiten Soundspektrum nach hergebrachter Bauweise kreiert, widmen GUTS PIE EARSHOT sich unter anderem auch dem überdrehten DEAD KENNEDY Klassikers- " California über alles " oder auch beim Ambient- Elektro- Stück, welches für das Theater geschrieben wurde. Eine Live- Version von " Bella Ciao ", sowie als Hiddentrack- eine Komposition von J.S. Bach.

Unglaublich was das Duo bei dieser Produktion so zusammen gebastelt hat, ideenreich, hypnotisch, inspirativ, eigenwillig, ausdrucksstark, kompakt & dynamisch heben GUTS PIE EARSHOT sich mit diesem musikalischen Presslufthammer von allem kommerziellen ab. Nach über 700 Konzerten in ganz Europa sind GUTS PIE EARSHOT aus dem Underground & der alternativen Partyszene nicht mehr wegzudenken.

Fazit: Eine supergeile & saubere Produktion, eine geistreiche, bewusstseinserweiternde REISE für die Sinne!!! Sehr empfehlenswert!!!

Anspieltipps hört ihr bei der Neuvorstellung bei www.big-chaos-radio.eu

Reviewer: DJ Surprise

English translation:

NO, this is no April fool hoax!!!...The from Berlin and Munster coming scene heroes GUTS PIE EARSHOT released on April, 1st 2009 their tenth album " Smart Desert " at which they bring 12 new and new interpreted songs to their fan community. At this you hear exploding Punk beats which alternate here with Metal borrowings and partly also with Trance, Orientpop and Bereakbeats. In short, the complete musically range of the Advantgarde duo GUTS PIE EARSHOT.

Rizio ( Patrick Cybinski ) on cello and effects and Scheng ( Jean Jacobi ) on drums were already celebrated in the 90-ies as avantgarde of the undogmatic Hardcore. The band already exists since 15 years and the duo weaves a seal carpet of Breakbeat patterns, Punk songs, strings staccato, oriental Pop melodies and Techno attacks wheras Pogo and Party, aggression and motivation, rebellion and Rave shake hands. Their music at " Smart Desert " is consciously without vocals and keeps completely free of technical decoration and sound opitimisimg computer fiddy job, a kind of Punk 2.0.

Not quite easy food, but through the achievements on the instruments this cd is getting a mega ordinary fireworks of senses. Beside new interpretations of older songs of their own which are super good created with a broad sound spectrum with conventional construction GUTS PIE EARSHOT apply themselves among other things to the overwound DEAD KENNEDYS classic " California über alles " or to an Ambient-Electro song which was written for the theatre.

A live version of " Bella Ciao " as well as a composition of J.S. Bach as a hidden track. It ts unbelievable what the duo tinkered at this production. With this musically jackhammer GUTS PIE EARSHOT withdraw imaginative, hypnotic, inspirational, unconventional, expressive, compact and dynamic from the commercial side.
After 700 concerts all over Europe it is not possible to imagine the Underground and the Alternativ Party scene without GUTS PIE EARSHOT.

Conclusion: A super cool and clean production. An ingenious, consciousness enlarging trip for all senses!!!! Very recommendable!!!!

You will hear playing tips on our introduction show at www..big-chaos-radio.eu.

Translated by: BCR Reviewer Battlepig

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UNDERDOG FANZINE:

Verdammt, was für ein Hammeralbum, das beweist, dass PUNK nicht tot ist!

Unglaublich, was Scheng-Fou und Kollege P. Cybinski hier zusammen basteln. Mal sind es hypnotisch-hektische Beats, die den Ohrenschmalz hinaus katapultieren, dann muten orientalische Klänge einen Aufenthalt an der Underground-Oase an.

Der musikalische Presslufthammer bricht die Grenze zu HC und Klassik, zu Techno und Ethno. Die kulturellen Höhepunkte sind auch in der short edition ein Baustein kreativer Güte, die den kommerziellen Dreck aus den Supermarktregalen spült, damit Platz für klare Strukturen im zeitlosen Ambiente bleibt. "Smart desert" ist der fliegende KLangteppich, die inspirative Form, handgemachte Streicheleinheiten mit der Kraft des freien Falls in einem dynamischen Prozess zu integrieren, um die Gefühle und Ideen zu kanalisieren.

DasDuo investiert die Aufmerksamkeit in theatralische Arrangements, bastelt an ästhetische Strategien und stärkt die auditive Wahrnehmung.

Mit "Revolt against", "California über alles" und "Bella Ciao" sorgen eigenwillige, ausdrucksstarke Interpretationen von politischer Unterhaltungselektronik für ein wahnwitziges Niveau.

GUTS PIE EARSHOT liefern den Soundtrack zum Untergang für den Cyber-Punk, der seine Sinne mit Musik betäubt und aufgepusht bis zur Ekstase tanzt, um in einen bewusstseinserweiternden Zustand die intensive Nähe zu sich selbst zu spüren.

UNDERDOG Fanzine, Fred Spenner

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bordsteinkante.de: Geschrieben von Nico nasty   

Das renommierte Schlagzeug-Cello-Elektronik-Duo um Patrick Cybinski (Cello & Effekte) und Jean Jacobi (Drums) hat mit "Smart Desert" bereits ihr 10. Album auf dem Markt gebracht. Von vielen bisher eher als Live-Act wahrgenommen, ist die Band mit ihrer letzten MCD "Revolt Against" und mit dem gerade erschienenen Album "Smart Desert" in aller Munde.

Immer noch experimentell und neue Wege suchend, bietet diese CD Stimmungen zwischen Träumen und Wut.
Die interessante Mischung aus Folklore, Metal, Punk und Hardcore wird immer weiter entwickelt und wenn dann gar Klassiker der Punkgeschichte in einem völlig neuem Gewand erscheinen, ist die Überraschung gelungen. Auf dem vorliegendem Album greifen die Beiden den "Dead Kennedys"-Song "California über Alles" auf und machen daraus eine der schrägsten und abgefahrensten Coverversionen.
Aber ich will hier keinen falschen Eindruck erwecken, im Vordergrund steht bei der Band der Elektro- und Drum'n Bass-Sound. Es ist eine Platte, die wenn überhaupt in die Schublade Avantgarde paßt. Wer also dem Neuen gegenüber ein offenes Ohr hat, sollte die Band mal live antesten und sich für den Heimweg die neue CD zulegen. 
Arnim

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http://www.bizarre-radio.de: ( frank fischmann, 31.03.2009 )

Dass ich diese Band noch nicht kannte, mag ich mir kaum verzeihen.
Der geneigte Leser möge mir auch verzeihen, wenn ich Altbekanntes aufwärme, denn Fans der Underground-Helden werden schon lange wissen: „Guts Pie Earshot“ sind ein wahres Klangerlebnis!

Nach 15 Jahren Bandgeschichte und etlichen Umbesetzungen sind nur noch zwei Mitstreiter der alten Punkband übriggeblieben. Das Außergewöhnliche daran ist, dass Patrick Cybinski (Cello) und Jean Jacobi (Drums) trotzdem weitermachen. Denn was ist der Punk ohne die heißgeliebte sägende Gitarre? Ganz einfach: Es ist immer noch Punkrock. Punkt! Der Ursprung der Songs lässt ganz klar die punkigen Wurzeln der Zwei Münsteraner erkennen. Einzig die Instrumentierung sprengt die engen Szenegrenzen und das ist auch gut so.

Das 10. Album von „Guts Pie Earshot“ hat aber noch einige weitere Höhepunkte zu bieten.
Überraschend breit ist die Klangbreite der Songs. Trotz eingeschränkter Möglichkeiten wird hier alles, aber auch wirklich alles rausgeholt. Breakbeats, Drum´n´Bass, Noise und Ambient geben sich die Hand und die Vielfalt tut der Platte gut. In schlechten Momenten erinnert man sich an die Alternativ-Cellisten von Apocalyptica, das ist zum Glück recht selten.

Alles in allem kann man „Smart Desert“ dem Punk an der Ecke, sowie der jungen Mutter mit Batiktuch schenken, sie werden alle ihre Freude haben. Letztlich bleibt der fade Beigeschmack, dass man leider nur die Studioaufnahme und nicht das Livekonzert der Band gehört hat, denn, und das ist so sicher wie das Amen in der Kirche, „Guts Pie Earshot“ sind eine Live-Band. Die Bühnenbretter kleben denen (nach über 700 Konzerten) sicher schon unter den Füßen!
11 Punkte (von max. 15)

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REVOLT AGAINST (2008)





UNDERDOG Fanzine
Fred Spenner
3/ 2008
GUTS PIE EARSHOT
"Revolt against" MCD
(tofu-g.net.ms/Broken Silence)

Die Revolte ist kein Tauziehen um Konventionen und festgefahrene Strukturen, sondern ein Widerspruch in deinem befickten Leben. Fremdgesteuert und gefangen in Regeln und Systeme, die dich kontrollieren, suchst du den Ausweg in Fluchtgedanken und vergisst, dich selbst zu sehen, fühlen und spüren. Revolt against...yourself??? Vielleicht!

Das musikalische Duo "Guts Pie earshot" hat die Löffelchen gespitzt, die engstirnigen musikalischen Grenzen geöffnet und entwickelt den HC-Sound weiter, fesselt die Zuhörerschaft mit stampfenden Beats, Drum'n'Bass, Folkloreklängen und düsteren Cellogezupfe  an den Marterpfahl und fordern die bedingungslose Freiheit für den Crossover, der sich auf drei wild treibenden Songs entlädt, dass die Karawane nicht ins Stocken gerät.

Doch hier geht es nicht um Kamele, sondern um eine menschliche Treibjagd, zu der ein peitschendes "Hallali" geblasen wird, um neo-konservativen Liberalismus in der postmodernen Popkultur auszumerzen. Eingepackt in einem Stakkato-Beat, der verdammt mehr HC ist, als das "Rondo Veneziano" jemals sein könnte, wird der Zug begleitet: aggressiv und rebellisch wie du es mal sein wirst!

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Intro (02/08)
Revolt Against EP

Die brandneue EP des avantgardistischen Duos verk¸rzt
das Warten auf das neue Album mit 3 atemberaubenden
Songs, die zwischen Klassik, Breakbeat, Ambient,
Techno, Hardcore und Folk eine absolut eigene Sprache
entwickeln. CD in Cardboard-Stecktasche

Wütend, virtuos, heftig (…) Sie zetteln ihre Revolte in
ziemlich wahnwitzigen Arrangements an, die selbst bei
der vorliegenden EP mit gerade mal drei Stücken den
Eindruck hinterlassen, man hätte gerade eine komplette
Drum’n’Bass’n’Rock-Oper miterlebt.

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Roter Dorn:
Guts Pie Earshot
Rezension von ChrisseM
2/ 2008

Bilder von brennenden Autos und Straßenschlachten der Hamburger Chaostage begleiteten meinen ersten Kontakt mit „Guts Pie Earshot“ und verliehen ihm erst seine ungewöhnliche Intensität. Die aufpeitschende Stimme von Anneke Pohl, das alarmierende Cello und die rasanten Drumbeats schienen wie gemacht, um die Stimmung der Revolution zu untermalen.

Unter der Kategorie „Cello-Punk“ ordnete ich eine der unkonventionellsten Bands aus Deutschland ein. Mit den absolut nicht so erwarteten drei Lieder ihrer neuen Mini-CD „Revolt Against“ unterstreichen sie diesen Status noch einmal.

Die CD beginnt mit dem Lied „Revolt Against“, in dem Cellist Rizio orientalisch anmutende Melodien über die abgehackten Beats von Schlagzeuger Scheng legt. Der hypnotisierende Klangteppich entfaltet während des Tracks jene hartrockende und treibende Energie, für welche „Guts Pie Earshot“ bekannt sind. Die Schlagzeug-Beats nehmen Anleihen aus Metal und Punk, Cellist Rizio entlockt seinem Instrument durch Verzerrungen heftige, beinahe bösartig tiefe Riffs, welche beim ersten Hören eher an E-Gitarren aus dem Düsterrock erinnern.

Dabei ist es wie gewohnt erstaunlich, dass „Guts Pie Earshot“ nur aus minimalistischen zwei Instrumenten ohne die Unterstützung von Samples und Laptops besteht. Gegründet wurde die Band 1993, Rizio und Scheng entstammen der Punk-Szene, was gerade auf „Revolt Against“ deutlicher denn je seinen Ausdruck findet.

Wer mit „Guts Pie Earshot“ vor allem das Album „Wait“ mit Anneke Pohl verbindet, wird bei „Revolt Against“ die beinahe radiotauglichen und dennoch typisch aufwühlenden eingängigen Melodien vermissen. Auch von der nahezu klassischen Harmonie des Vorgänger, „Chapter II“ haben „Guts Pie Earshot“ mit „Revolt Against“ Abschied genommen.

Vielmehr geht es hier, wie der Titel schon sagt, um Aufpeitschen, Raserei und roher Energie, um Revolution eben, und dabei scheinen die beiden Musiker ihren Wurzeln näher als zuvor zu sein, was in einer erhöhten Unabhängigkeit von traditionellen, radiotauglichen Klangmustern seinen Ausdruck findet. Nur zu gut vorstellbar wird auch bei den Lieder „Manu“ und „Karawane“ die Verwendung als Soundtrack für Straßenunruhen und Aufstände. „Manu“ beginnt harmlos, leicht umheimlich mit einem langgezogen und vibrierend-klagend in der Luft liegenden Cello-String, der sich mit dem Einsetzen hart klopfender Drums in ein verzerrt auf den tiefen Oktaven der Tonleiter rasendes, gefrässiges Untier verwandelt, welches auch die Herzen von Metal-Fans erfreuen wird. Dann folgt wieder der Wechel zu höheren, leicht kreischenden Melodien und schneller werdenden Drums.

Dieser Kontrast aus Harmonie, hypnotischen Orientmelodien, knallharten Schlagzeugtakten und tiefergestellten, verzerrten Celloriffs, von kristallierender Langsamkeit und brutaler Raserei ist das Grundgerüst, in welchem sich die beiden Musiker bewegen. Unter großer Verspieltheit und Energie führen sie auch das dritte Lied, „Karawane“, in die Verschmelzung verschiedener Musikstile.

Was die wahre Kunst von „Guts Pie Earshot“ überhaupt erst ausmacht, ist, dass ihre so vielfältige Musik niemals in den Bereich des Beliebigen abrutscht, sondern stets jenen Faden ungewöhlicher Vitalität bewahrt und niemals ihr extrem aufpeitschendes Moment verliert. Eines ist sicher: Mit dieser CD im Auto das Gas nur halb durchzudrücken ist ein Ding der Unmöglichkeit.

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Review: REVOLT AGAINST (MCD / Tofu Guerilla / tofu-g.net.ms / 13:52)
Artist: GUTS PIE EARSHOT
Ox-Fanzine / Ausgabe #76
review von Jan Eckhoff
2/2008

Mit GUTS PIE EARSHOT kann man einen immer wieder anregenden und alle Sinne durchspülenden Konzertabend verbringen. Auf Tonträger find ich es meist schon etwas schwieriger, da muss man echt in der richtigen Stimmung sein, wenn man dann aber mal in eine Platte reingefunden hat, lässt sie einen kaum wieder los.

Etwas anders ist das bei "Revolt Against", denn drei Songs mit einer Gesamtspielzeit von knappen 14 Minuten lassen einen kaum erst reinkommen - die CD ist vorbei, bevor man überhaupt kapiert hat, was los ist. Das ist schade, denn die Songs sind mal wieder echt klasse.

Beim siebenminütigen Titeltrack zaubert das Instrumental-Duo mit Schlagzeug und Cello einen düster-psychedelischen Drum&Bass-Hardcore-Mix (sage mal einer, Punk und Techno würden nicht zusammenpassen), der von arabisch anmutenden Melodiefetzen durchsetzt ist, ziemlich cool. Das zweite Lied, "Manu", ist eine monstermäßig schnelle Punkrock-Nummer (natürlich auch nur mit Cello und Drums!), die mir beim letzten GPE-Konzert total die Schuhe ausgezogen hat. Einer der besten Songs der Band! Zum Abschluss gibt es dann mit "Karawane" eine irre Hommage an die GOLDENEN ZITRONEN ... und wenn das nicht im Info gestanden hätte, hätte ich es niemals erraten.

Hm, ja, drei gute Songs, aber so in der Kürze extrem unbefriedigend. Deswegen gebe ich jetzt auch keine Punkte dafür. Bitte, nächstes Mal was in angenehmer Länge oder das Kleinformat wenigstens auf Vinyl, da macht es ja dann sogar Sinn.

(anm. v. gpe: es gibt sie ja als 7" vinylversion !! ;)

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Track 4
Rezension zu Guts Pie Earshot - revolt against
Rezensent: Olaf Meinecke
2/2008

Riecht und schmeckt wie Lenor mit Orient-Aroma.
Wenn man sich dann noch die Freiheit nimmt und mixt die Soundfront mit Punk- und Trance-Elementen, dann nähert man sich diesem Crossoverprojekt bereits gefährlich.
Schlichtes, geiles Cover auch. Aber die endlosen Weiten des Musik-Cosmos werden offensichtlich noch ausgelotet.

Da ist nichts garantiert und in Bahnen geformt, alles ist flüchtig und wild. Dass Guts Pie Earshot trotz minimalistischer Besetzung gänzlich auf elektronische Stützen, wie Sampler und Laptop verzichten, ist erstaunlich. Das Duo ist dabei voller Aggressivität und Spielfreude. Selbst nennen sie das "Breakbeat-Punk". Dabei reißen sie gewohnte Strukturen auf und versuchen das Genre neu zu erfinden. Durchaus innovativ, Hauptsache jedoch anders! "revolt against" ist auf dieser EP Programm.
Gut zum Abtanzen.
Bewertung: Bewertung: 4 von 5 Sternen

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Twisted chords:

Etwas unerwartet und doch schön: eine nagelneue Single von Guts pie earshot, im Juli 2007 eingespielt und jetzt auch schon postwendend erschienen. 2 exklusive Songs des Kölner/Münsteraner Zweiers, der alleine mit Drums und Cello bewaffnet inzwischen die Welt unsicher macht. Breakbeat-Punk nenen sie das selbst und irgendwie passt es ja auch.

Kennen und schätzen gelernt habe ich Guts pie earshot vor über 10 Jahren, als sie noch zu viert unterwegs waren und mit einer großartigen Sängerin und extravagantem Punkrock inklusive Cello-Einsatz aufzuwarten mussten. Inzwischen ist die Band geschrumpft, der Gesang ist gänzlich weggefallen und so gibt es Instrumental-Sound mit Cello und Schlagzeug, sehr versiert, sehr abwechslungsreich und immer noch verdammt hart und geil.

Ich habe mir anfänglich schwer getan mit den neuen Guts pie earshot, aber spätestens jetzt hat mich der alte Charme dieser Band irgendwie wieder gepackt und diese beiden Songs hier sind echte Hits! Wirklich großartig und eigenständig und politisch, gerade „Revolt against“ ist einfach fantastisch, eine super Scheibe! Die CD-Version kommt im Pappschuber, die 7? in extra Deluxe-Aufmachung mit Klappcover und allem drum und dran.

Ganz, ganz schwer zu empfehlen!


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Flight13:

D 07 / TOFU GUERRILLA
Endlos langer (und instrumentaler) Drum´n´Bass Titeltrack meets türkische Folklore. Wirklich sehr geil! Die Flip hat mit "manu" eine hardcore-lastige Livenummmer (Orleans 2007) in gutem Sound, als Widmung an einen verstorbenen Freund. Die MCD hat mit "karawane" einen dritten Song. Die 7" kommt im Klappcover! * Tofu.


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Sellfish.de
Autor: Michael Streitberger


Mit Guts Pie Earshot kehrt eine weitere vermisst geglaubte Formation des deutschen Independent/Punk-Undergrounds zurück. Vorerst zwar nur mit einer CD-EP (bzw. 7"), doch schürt "Revolt Against" (Tofu Guerilla/Broken Silence) durchaus die Vorfreude auf neuerliche Großtaten des unterschätzen Duos.

Genau, seit 2004 bzw. dem Ausstieg von Anneke wird der G.P.E.-Sound lediglich durch Rizio am Cello sowie Schlagzeuger Scheng kreiert. Und, genau: Das bedeutet noch immer - Keine Gitarre. Was auf der 7-minütigen Ethno-Ambient-Techno A-Seite abermals für ungläubige Gesichter sorgen wird; und von der folgenden Hardcore-Nummer "Manu" gekonnt kontrastiert wird. Guts Pie Earshot bleiben übrigens ein rein instrumentales Erlebnis.
Aber was für eines.
Dazu passt der krönende Abschluss dieser drei Tracks: Das kuriose Goldene Zitronen-Cover "Karawane".





CHAPTER TWO, VOLUME ONE (2005)



• Review by WAHRSCHAUER > Oliver Hottenrott

Seit nun mehr 16 Jahren geistern Guts Pie Earshot durch die alternative Musiklandschaft und sind mittlerweile zu einem festen Bestandteil eben jener geworden. Die zu einem Duo geschrumpfte Band legt mit "Chapter Two Volume One" nun ihr bereits 7. Studioalbum vor.

Und das hat es in sich: so unterschiedliche und scheinbar gegensätzliche Musikstile wie Punk, Klassik , Drum'n'Bass, Jazz und Pop, werden hier zu einem paradoxen, weil oft vertrackten, aber auch oft eingängigen, Klangcocktail vermixt, der die musikalischen Hörgewohnheiten des Rezipienten erforscht und auf die Probe stellt. Minimalistisch mag die Instrumentierung anmuten, lediglich Cello und Schlagzeug werden hier gespielt, und doch lässt die Musik ganze Universen vor dem geistigem Auge entstehen.

Das, was Guts Pie Earshot da zelebrieren, spricht - und das ohne Worte und Gesang. Das neue Album ist entweder als Vinyl-LP zu haben, oder als randvolle Doppel!-CD, welche neben den 5 neuen Liedern zusätzlich noch Instrumentalversionen dreier älterer Lieder ("smart but angry", "i so late" und "wait"), sowie einen kleinen Film mit u.a. Live footage der Band bereit hält.


• Review by PLASTIC BOMB 54 > Micha

Sie gehören sicherlich zu den ungewöhnlichsten Bands, die musikalisch im entfernten Sinn etwas mit Punk zu tun haben. GUTS PIE EARSHOT spielen instrumental. Und zwar nicht in der klassischen Bandbesetzung. Nein, die bestehen nur aus Drums und Cello.

Sie schaffen es mit ihrem Sound Klangwelten aufzubauen, pendeln zwischen Trauer, Melancholie und Verträumtheit auf der einen Seite sowie Kraft, Energie, Virtuosität und der Vertracktheit des Jazzpunks auf der anderen Seite.

GUTS PIE EARSHOT gehören zu den Bands, die es schaffen sich und den Hörer in einen Rauschzustand zu versetzen und für die Dauer des Songs in eine Parallelwelt zu entführen. GUTS PIE EARSHOT schaffen das, was nur ganz wenigen gelingt: Sie beschreiten ihren völlig eigenen Weg abseits von Mainstream und Konformität. Das verdient großen Respekt. Ganz gleich ob man ihre Musik nun mag oder nicht.

• Review by KINK RECORDS

Guts Pie Earshot gründete sich vor knapp 13 Jahren, damals noch als 5-köpfige Punk-Band mit Cello. Nach und nach haben verschiedene Mitglieder die Band verlassen und wurden nicht ersetzt. Somit sind jetzt nur noch Jean (Drums) & Patrick (Cello) übrig geblieben.

Dies hier ist das erste Album, welches nur die beiden gemeinsam eingespielt haben, bei der letzten Platte war noch ein Bassist mit dabei. Bis auf die Tatsache dass bei diesen Songs kein Bass dabei ist, hat sich an der Musik nicht viel geändert. Nach wie vor gibts mal etwas ruhige, mal etwas schnellere Instrumental-Tracks mit Schlagzeug und Cello. Das Ganze kommt sehr experimentell daher, irgendwo zwischen Punk-Rock, Folk und Drum'n'Bass.

Wenn man die Track-Liste betrachtet könnte man davon aus gehen, dass es sich hierbei eher um eine 12" als um einen Longplayer handelt, das trifft aber nicht so, dauern die 5 Songs doch insgesamt knapp 45 Minuten. In diesen 45 Minuten gelingt es der Band wieder einmal eine Atmosphäre aufzubauen, die dich in ihren Bann zieht ... das klappt auch ohne Bass und nur mit Schlagzeug und Cello.

Auch die Aufmachung der Platte wurde wieder sehr schick. Die Platte kommt mit bedruckter Innenhülle. Wer Guts Pie Earshot bisher mochte, dem/der wird sicherlich auch dieses Album gefallen.

• Review by INTRO > MARTIN BÜSSER


Wer Anfang der Neunziger Teil der Hardcore-Szene war, kam an dieser Band nicht vorbei. Unermüdlich spielten sie in jedem autonomen Jugendzentrum und waren dabei so etwas wie das gute Gewissen der Szene, nämlich nicht nur politisch korrekt, sondern auch musikalisch progressiv.

Hardcore mit Cello! Böse Zungen könnten darin den Beweis sehen, dass es sich bei Hardcore in Deutschland immer schon um eine bürgerliche Bewegung mit hohem Abi-Quotienten gehandelt hat. Von wegen "street" – Musikschule galore!

Andererseits waren Guts Pie Earshot damit aber auch ein wunderbares Beispiel, wenn es darum ging, die Szene vor Verkrustung und dem Dosenbier-Punk- oder Hatecore-Dogma in Schutz zu nehmen. Von "intelligentem" Hardcore war dann die Rede, wobei die Kategorie der "Intelligenz" als Abgrenzungsstrategie ihrerseits bildungsbürgerlichen Dünkel durchschimmern ließ.

Inzwischen zu einem Duo geschrumpft, reduziert auf Schlagzeug und Cello, haben Guts Pie Earshot weder ihre Vorliebe für eigenwilligen Klassik-Core-Crossover, aber zum Glück auch nicht ihre Emo-Power verloren. Ungestüm sind sie geblieben, auch wenn das heute natürlich nicht mehr das einstige Gefühl von Aufbruchsstimmung und szeneinternem Kulturkampf vermittelt.

An der einen oder anderen Stelle ließen sich die Nummern auf "Chapter Two" kritisieren, nämlich dort, wo sie die Tendenz zur Spielmannsleute-Musik aufweisen, deren Artistik vom Mittelalter- Rollenspiel nicht weit entfernt ist, doch auch das wird immer wieder gerettet.

An der Wichtigkeit des Ansatzes – die Szene nannte ihn einst "undogmatisch" und gestand sich so insgeheim den eigenen Hang zum Dogma ein – gibt es allemal nichts zu rütteln.



• Review by POWERMETALL.DE > Franziska Böhl
(...)
Empfehlenswert scheint bei ihrer Musik besinnliches Zurücklehnen, die Augen zu schließen und die Takte auf sich einwirken zu lassen. Eine umwerfende Verbindung, die romantisch bis metallisch klingt. Dass öfters wieder ruhige Parts folgen, stört ebenso wenig wie die Tatsache, dass die Songs meist länger sind. Entspannung für die Sinne trotz des beständigen Wechsels - ein Theaterstück für die Sinne. Ähnlich einer Romanze wie Romeo und Julia mit ihren "Ups and Downs". Nur alles ohne Text, doch der ist nicht nötig.

'It´s never new' heißt der dritte Song auf der ersten, "grünen" CD: Theatralik wird auch hier gern genutzt, ein langes, zähes Intro - man stelle sich Wellen vor, die äußerst langsam oder gar gefühlvoll hin- und herwiegen - wird nach über drei Minuten Spielzeit mit rhythmischen, schnelleren Drums kombiniert.
Das Zähe wird etwas in den Hintergrund gedrückt; ein leichter Stimmungswechsel in der Musik erfolgt und nimmt kurzweilig sogar orientalische Atmosphäre an. Es wird "dunkler" und angespannter. Kein Ende in Sicht. Das Dunkel weicht Klack-Klack-Tönen: GUTS PIE EARSHOT auf Mexikanisch?
Vielleicht, aber auch nur kurz. Rasende Drums überrennen alles; das Cello steigt ein. Und alles klingt kurz aus, um erneut Kraft zu saugen. Ausdauer braucht der Hörer freilich ebenso, doch die Anstrengung lohnt.

Zum Schluss der ersten CD gibt es noch 'Butterfly'. Wenn man von einem Schmetterling ausgeht, dann fliegt dieser gerade durch die Lüfte und entdeckt etwas, fliegt weiter, scheint fröhlich zu sein und doch nachdenklich. Plötzlich stolpert er kurz und nun fliegt er leicht aufgeregt weiter durch die Lüfte, sein kleines Herz pocht. Ob er wohl das Ziel erreicht hat? Nein, er ist nun nahe einer großen Gefahr. Noch einmal Glück gehabt. Oder nicht? Die Gefahr scheint nicht ganz vorüber zu sein, der Angreifer naht wieder, doch der Schmetterling kann ihn erneut abhängen. Aufgeregt fliegt er nach Hause und kann sich nun erschöpft zurücklehnen. Der Schmetterling scheint über seinen Ausflug nachzudenken, die Angst kommt erneut in ihm hoch, diesmal viel heftiger. Doch dann schläft er endlich ein und schließlich ist nur noch sein aufgeregtes Herzpochen zu hören. - Ein langes Ende für einen Song.

Es verändert sich alles so schnell auf "Chapter Two Volume One", ähnlich den Dingen, die man sieht, wenn man über etwas hinwegfliegt. Wie ein Abenteuer. Man weiß vorher nicht, was passiert, aber das, was bei der ersten CD dieses Doppelalbums herauskommt, ist 45 Minuten lang definitiv beeindruckend. (...)

10 YEARS COMPILATION (2003)




• Review by OX-FANZINE [53] :: Jan Eckhoff

"Hey, das war schön, am 26.09. nach drei Jahren Bühnenabstinenz diese Ausnahmeband bei ihrem Tour-Eröffnungskonzert in der Hagener Pelmke zu sehen. Zwar hatte ich schon zweimal in den letzten Jahren das Vergnügen und kannte auch ihr 2000er Album "Exit", doch die Band nur in ihrer heutigen Besetzung, als Trio.

Mit Cello, 6saitigem Bass und einem Minimal-Schlagzeug bieten sie instrumentale Klänge der Spitzenklasse, hier wird alles in einen Topf geworfen, von Dance bis Metal, Klassik bis Punk ist alles vertreten und es ist ein super Vergnügen, zu sehen wie sich die Musiker mit den komischen Namen Rizio, Ai-X und Scheng fast in Trance spielen. Eine der genialsten Livebands, die ich mir vorstellen kann, das kommt dem, was ich mir unter Punk (nicht Punkrock!) vorstelle, sehr nah.
Da wird auf alle Konventionen gekackt und einfach gespielt, was Spaß macht.

Nun wusste ich zwar, dass GUTS PIE EARSHOT bis 1999 noch mit Sängerin und bis 1998 sogar noch mit Synthie-Sektion unterwegs waren, gehört hatte ich das allerdings nie. Doch dieser Missstand ist nun mit der brandneuen Best-Of-CD "10 Years" behoben. Lieder aus zehn Jahren und von fünf Veröffentlichungen, davon allerdings nur zwei von der aktuellen, rein instrumentalen Platte "Exit". Und es gefällt sehr gut, eigentlich schade, dass Sängerin A.Punkt heute nicht mehr dabei ist.

Nach Referenzen suchen ist hier müßig, es wird quer durch alle Stile gerockt, mit einem Cello, dass teilweise die abgefahrensten Sounds produziert, einem Bass, der ab und an verzerrt böser kommt als so manche Metal-Klampfe und einem Schlagzeuger, bei dem man zwischendurch nicht glauben kann, dass das keine Maschine ist, so präzise werden einem Breakbeats um die Ohren gehauen.

Und dazu diese Sängerin, manchmal so extrem aggressiv, dann wieder einfach nur schön ... Großartige Kombo, Live und auf Platte, ob heute als Trio oder früher als Quar- bzw. Quintett und bei den älteren Liedern sind die Punkrock-Roots doch sehr offensichtlich. Kauftipp galore! (71:04) (10 / 10 Punkte)"
 

• Review by MOLOKO PLUS

"Irgendwie hatte ich die Band in den letzten Jahren ein wenig aus den Augen verloren, dabei waren ihre LP's "Distorted Wonderland" und "Wait"' Ende der Neunziger Dauergäste auf meinem Plattenspieler.

Sängerin Anneke hat sich dann eines Tages Richtung Balearen aus dem Staub gemacht, und das war dann auch das letzte was ich von der Band gehört habe. Im Jahre 2000 wurde dann die Platte "Exit" veröffentlicht und pünktlich zum zehnjährigen Bandbestehen kommt nun ein "best of.." Album. Guts Pie Earshot setzen bekanntlich statt E-Gitarre ein Cello ein, was man bei der Power von Tracks wie "Enemy today", "Isolated" oder "Sonic you& quot; gar nicht vermuten würde.

Wie auf den Platten hat auch die Compilation aber auch ruhigere Stücke, die eine schön melancholische Stimmung haben. Dabei ist auch Anneke's prima Stimme nicht ganz unschuldig, die sie perfekt einzusetzten wusste. Ihr Weggang ist ein echter Verlust für die Band, trotzdem besitzen auch die Intrumental-Tracks absoluten Hitcharakter. "Woodloop" nenne ich da nur mal als Anspieltipp. Sehr geil! Laufzeit der CD ist über 70 Minuten und das ohne Zeitschinderei. (9 / 10) rp"
 


• Review by KINK-RECORDS

"Dieses Jahr feiert diese außergewöhnliche Band ihr 10-jähriges Band-Bestehen und dazu erscheint auf dem Major Label diese Compilation. Insgesamt findet man auf der Compilation 13 Songs von den 5 Veröffentlichungen der Band und das gibt einen wirklich guten Überblick über die verschiedenen Schaffensphasen der Band.

Musikalisch machen Guts Pie Earshot schönen instrumentalen Hardcore-Punk mit Cello, Bass und Schlagzeug. Da die Compilation aber Songs der kompletten Schaffensphase der Band beinhaltet, sind auch einige Songs mit Gesang dabei, da die Band bis 1998 eine Sängerin hatte. Egal ob mit oder ohne Gesang, mich können Guts Pie Earshot restlos begeistern.
Etwas langsamere Passagen wechseln sich mit Hardcore-Attacken, in denen man die Wut selbst spürt. Bei den Songs mit Texten bezieht die Band auch ganz klar politisch Stellung und das mit wirklich guten Texten. Insgesamt also eine verdammt gelungene Platte, bei der es nur bei der Aufmachung einen kleinen Minus-Punkt gibt. Leider findet man im Booklet keine Texte zu den Songs. Ansonsten kann ich die Platte aber uneingeschränkt weiterempfehlen."
 

• Review by FLIGHT 13

"In der deutschen Juz-Szene eine Legende diese Band, die dem Punk/HC ein neues Gesicht gegeben haben. Die Urbesetzung mit Cello, Bass, Drums und den eindrücklichen Vocals von Anneke (bis ins Jahr ´98) hat eine vielschichtige Konsens-Fanbase geschaffen wie bei sonst nur wenigen Bands.

Post-Punk mit Folk-Einflüssen, HC-Einsprengseln und sehr politischen Texten; dazu noch psychedelic Klänge durch das Keyboard (ab 93-97). Sehr cool nun diese Zusammenstellung, entnommen aus allen fünf Longplayern mit vielen ihrer Hits: u.a. "exit", "close to distance", " isolated", "enemy today", "sonic you", "wait", "butterfly murder" * Major Label."


• Review by PLASTIC BOMB

"Eine der aussergewöhnlichsten und innovativsten Bands im erweiterten deutschen Punkspektrum feierte 2003 ihr 10-jähriges Jubiläum. GUTS PIE EARSHOT spielen sehr dichten, intensiven Sound mit Cello & Keyboards, dafür komplett ohne Gitarre. Sie schaffen es ähnlich wie NOMEANSNO den Hörer in ihren Bann zu ziehen, auch wenn sich ihre Musik nicht direkt mit den Kanadiern vergleichen lässt.

GUTS PIE EARSHOT bauen ihre ganz eigene Klangwelt auf, experimentieren viel und füllen den Raum mit viel Persönlichkeit & Atmosphäre. Mal sind sie verträumt, mal verspielt. Einige Stücke sind instrumental, bei anderen überzeugt Sängerin Anneke mit ihrer wunderschönen Stimme.

Die 13 Songs stammen von ihren 4 bisher erschienenen Platten u. liefern einen guten Querschnitt. Wer Punk nicht nur mit Musik, Nietenjacke u. 3 Akkorden gleichsetzt, sondern auch mit Kreativität, Lebenseinstellung u. der Suche nach dem Neuen und Unerforschten, der wird von GUTS PIE EARSHOT begeistert sein."

EXIT (2000)




• Review by PLASTIC BOMB

"Sowas hört man nicht alle Tage. Sehr experimenteller komplett instrumentaler Sound. Das virtuose Trio GUTS PIE EARSHOT erzeugt mit Cello, Bass u. Schlagzeug eine einzigartige atmosphärische Stimmung fernab der fest strukturierten Punkwelt.

Sehr sehr innovativ, verspielt und doch in tragende Schönheit getränkte Stücke. Da spielt man sich auch schonmal in einen Rausch ähnlichen Zustand. Eine Band, die aus den bestehenden musikalischen Normen ausgebrochen ist, um etwas völlig Neues, Eigenes zu kreieren. Und das ist ihnen wahrhaft erstklassig gelungen."


• Review by KINK RECORDS

"Nachdem ich gehört hatte, das es sich bei der Platte um eine reine instrumental Platte handelt hatte ich dann doch die schlimmsten Befürchtungen.
Eine komplett instrumentale Platte?? Aber komischerweiße konnten mich die Bonner dann doch ziemlich faszinieren. Wie gesagt gibt es auf der kompletten LP keinen Gesang, sondern einfach mit Bass, Schlagzeug und einem Cello.
Vor allem das Cello weiß zu gefallen.

Außerdem gibt es hier auch keinen Einheitsbrei, sondern teilweise mal ganz klassisch und langsam, teilweiße aber auch sehr wütend. Vor allem für ruhige Minuten habe ich bisher noch keine Platte gefunden, die sich besser eignet als die neue von Guts Pie Earshot. Ist sicherlich nicht jedermanns Sache, aber mich hat die Platte dann doch restlos begeistert. "


• Review by FRACTURE [17] :: A.P.

"Laid back, minimal, dark and different. It creates echoed thoughts and situations of forlorn despair. Viola, drums and bass with the occasional whisper. Superb for stoners who like to chill and trip out to music that is composed to begin so subtle, only to build into a fantastic masterpiece. The one band that sprang to mind was the now deceased, but most excellent GUTS PIE EARSHOT. Nice touch with the packaging too."

SOME OLDER REVIEWS...



- Real mellow and smoothing passages that burst into explosions of chaos! it has the speed and strength, then again it's nothing you've ever heard before! (Interpol Times # 11)

- Sie sind musikalische Bademeister, sie zelebrieren gekonnt das musikalische Wechselbad, tauchen uns in unterschiedlichste Gefühlswelten und lassen dabei nie den nötigen Groove missen. (Orange Agenten)

- Die GPE - Vorzüge werden wieder gnadenlos ausgespielt, es gibt keine Chance was zu bekritteln. Eindringliche Band! (Ex Digest # 16)

- GPE sind "heiss". Das liegt schon daran, dass sie wohl zu den experimentellsten und innovativsten Bands der "Hardcore-Neuzeit" zählen... (Different Souls # 2)

- Der Sound dazu bombastisch, sphärisch, aber voll in die Fresse. Und wie auch schon andere Fanzines mittlerweise bemerkt haben, einfach die beste Live-Band ever. Hardcore, Tränen, Gänsehaut und Klassik-Elemente. (Blurr # 14)

- "Close to Distance" ist übrigens ein Herzensbrecher, der sich in einer Dimension der Schönheit bewegt, in die selbst Chumbawumba nie vorgedrungen sind. (Ex Digest)

- Nie waren GPE so gut wie jetzt! Eine der ganz grossen Bands, die hoffenlich auch noch in 10 Jahren ihre Platten machen werden. (Collenbusch, Blunoise)

- Auf vertrackten, ja geradezu hinterrücks wechselnden Rhytmen reiste er nun in Begleitung einer energischen Frauenstimme und eines durchgeknallten Cello unaufhaltsam in die tiefen Welten ...als er sein Vegetativum wieder im Griff hatte, liess er sich ein warmes Bad ein und holte sich ein Bier aus dem Kühlschrank. Dann legte er zum ersten mal seit Jahren wieder eine Bee Gees-Platte auf. (Intro)